Geschichte

Bürgermeister von 1850 - 2014

15.

1935 - 1952

11. Franz Rositzky, 1935 - 1938

Bäckermeister in Heiligenkreuz KNr.44 (Bäckerei Rositzky, heute Filiale der Sparkasse Baden); geboren am 22.9.1892 in Wien-Strebersdorf, verheiratet. 1925 kaufte Rositzky von Ferdinand Heinrich Paur die Bäckerei/Haus KNr.44. Vom Dezember 1935 bis zum Anschluss an Deutschland Anfang März 1938 war Franz Rositzky Bürgermeister von Heiligenkreuz. Er verstarb im Alter von 49 Jahren am 25.März 1947 in seinem Haus Heiligenkreuz KNr.44 und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/24).

12. Martin Spörk, 1938 - 1944

Gastwirt in Siegenfeld, geboren am 25.1.1894 in Baden, verheiratet mit einer Berlinerin (seit 24.7.1918, Clütz/Mecklenburg); Spörk kaufte um 1930 das Gasthaus in Siegenfeld (heute Gasthaus Skilitz, Badenerstraße 2), das vor 1938 zu einem Sammelpunkt der illegalen nationalsozialistischen Bewegung wurde. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 12.3.1938 wurde Martin Spörk schon am nächsten Tag von der NS‑Behörde als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Heiligenkreuz eingesetzt. Vor allem das Stift hatte unter seiner Amtsführung eine schwere Zeit zu überstehen, da er mit Eingaben in Berlin versuchte, die Aufhebung des Klosters zu erreichen. Am 5.11.1940 beschlagnahmte eine Kommission bereits einen Großteil der Stiftsräume, ja selbst Teile des Konventes, für die Unterbringung von Umsiedlern (über 400 Bessaraber und Dobrutscha‑Deutsche) sowie von Kriegsgefangenen (bei 200, zuerst Franzosen, danach Serben, zuletzt Russen). Im November 1940 richtete Spörk im 1.Stock des beschlagnahmten Waisenhauses (später Kindergarten/heute Rudolphinum) die Gemeindekanzlei ein; diese war vorher bis April 1938 in der Wohnung des Gemeindesekretärs Michael Korn (+23.4.1938) am Hradschin Nr.38 (heute Wohnung Tomaschko) untergebracht. Im Herbst 1944 wurde Spörk als Abteilungsleiter beim Bau des "Ostwalles" eingesetzt, seine Stelle als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter vertrat der gemäßigte Kunstmaler Ludwig Bürgel aus Siegenfeld. Kurz vor dem Einmarsch der Russen kam Spörk nach Siegenfeld zurück und forderte die Ortsbevölkerung vergeblich zur Flucht auf; am Ostermontag, den 2.April, floh er selbst mit 54 Parteimitgliedern nach dem Westen. Im Frühjahr 1946 berichteten Zeitungen, dass Martin Spörk am 3.3.1946 in Bad Hofgastein aufgegriffen und verhaftet worden war. In späteren Jahren ließ sich Spörk wieder in Baden nieder und bewohnte das Haus Helenenstraße Nr. 116; er verstarb am 22.10.1966 im Alter von 72 Jahren und wurde auf dem Stadtfriedhof in Baden begraben.

13. Ludwig Bürgel, 1944 - 1945

Kunstmaler in Siegenfeld/Rosental; geboren am 27.8.1901 in Wien, nach dem Kunststudium als Künstler tätig, verheiratet. Ludwig Bürgel wurde im Herbst 1944 für die kurze Zeit bis Ende März 1945 als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Heiligenkreuz eingesetzt und war ein wesentlich gemäßigter Nachfolger von Martin Spörk, sehr zur Erleichterung des Stiftes. Zu Kriegsende 1945 floh Ludwig Bürgel nach Oberösterreich und ließ sich in Seekirchen/Salzburg nieder, wo er weiterhin als anerkannter und erfolgreicher Künstler bis zu seinem Tod am 19.5.1980 tätig war; er wurde am Friedhof in Seekirchen begraben. Von Bürgel sind besonders seine vielen schönen Radierungen mit Motiven aus Österreich und Mitteleuropa bekannt. Eines seiner bekanntesten Radierungen, eine Ansicht von Heiligenkreuz mit "Blick durchs Grubertor zum Stift" fand weiteste Verbreitung bis über die Grenzen Österreichs hinaus.

14. Dr. Hans Mädl, 1945 - 1951

Jurist, Stiftsangestellter ("Zentralsekretär" der Zentralkanzlei des Stiftes Heiligenkreuz), Ehrenbürger der Gemeinde; geboren am 5.2.1894 in Heiligenkreuz Nr.34/Priefamtann (heute Fürtinger), verheiratet seit 1922, Abschluss des Jusstudiums am 9.11.1934 als Doktor iuris. Am 28.1.1938 trat Dr.Mädl als Zentralsekretär in die Dienste des Stiftes Heiligenkreuz ein und wohnte im Stiftsgasthaus (Pächter Roschmann). Nach Kriegsende wurde Dr. Hans Mädl am 22.April 1945 nach Baden gerufen und von Bezirkshauptmann Hofrat Dr.Rupprecht zum neuen Bürgermeister von Heiligenkreuz ernannt. Die erste Gemeinderatssitzung nach dem Krieg fand mit Zustimmung von Prior Karl Braunstorfer in der Prälatur des Stiftes statt und zwar im Arbeitszimmer des verstorbenen Abtes Dr.Gregor Pöck. Im Februar 1951 übersiedelte Dr.Mädl mit seiner Familie nach Mödling, wo er ein Haus gekauft hatte und legte das Bürgermeisteramt nieder. Er blieb jedoch noch in der Zentralverwaltung des Stiftes bis zum 1.3.1959 tätig. Dr.Mädl verstarb im Alter von 87 Jahren am 7.10.1981 in Wien 13., Veitingergasse und wurde am 16.10.1981 auf dem Friedhof von Heiligeneich im Tullnerfeld bestattet.

15. Gottfried Brandl, 1951 - 1952

Stiftlicher Oberförster im Revier Wildegg; geboren am 11.11.1905 in Knittelfeld/Stmk, verheiratet, wohnte am Hradschin KNr.38 (heute Wohnung Tomaschko) in Heiligenkreuz. Am 1.9.1939 wurde Gottfried Brandl im Waldamt des Stiftes Heiligenkreuz als Kanzleiförster aufgenommen, nach dem Militärdienst von 1941‑1945 übernahm er am 1.1.1947 als Oberförster das Revier Wildegg. Oberförster Brandl war vom 17.2.1951 bis zum 15.4.1952 Bürgermeister von Heiligenkreuz; mit diesem Datum schied er aus dem Dienst des Stiftes und dem Bürgermeisteramt, übersiedelte in die Steiermark und trat für kurze Zeit in die Dienste der stiftlichen Forstverwaltung Wasserberg. Danach betreute er als Oberförster das Forstgut Hafendorf bei Kapfenberg für das Land Steiermark und wurde in der Landarbeiterkammer angestellt. Bereits am 15.12.1952 wurde Ofö Gottfried Brandl Präsident der steirischen Landarbeiterkammer in Graz, eine Funktion die er fast 2 Jahrzehnte innehatte und weswegen er seinen Wohnsitz in der Stadt Graz nahm. In den folgenden Jahren bekleidete er noch weitere Funktionen als Landtagsabgeordneter der Steiermark, Bundesrat und Präsident des österreichischen Landarbeiterkammertages. Präsident Brandl verstarb in Graz im 83. Lebensjahr am 11.5.1988 und wurde auf dem Steinfeldfriedhof in Graz bestattet.
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Geschichte

Bürgermeister von 1850 - 2014

1935 - 1952

11. Franz Rositzky, 1935 - 1938

Bäckermeister in Heiligenkreuz KNr.44 (Bäckerei Rositzky, heute Filiale der Sparkasse Baden); geboren am 22.9.1892 in Wien-Strebersdorf, verheiratet. 1925 kaufte Rositzky von Ferdinand Heinrich Paur die Bäckerei/Haus KNr.44. Vom Dezember 1935 bis zum Anschluss an Deutschland Anfang März 1938 war Franz Rositzky Bürgermeister von Heiligenkreuz. Er verstarb im Alter von 49 Jahren am 25.März 1947 in seinem Haus Heiligenkreuz KNr.44 und wurde auf dem Ortsfriedhof von Heiligenkreuz begraben (Grab V/24).

12. Martin Spörk, 1938 - 1944

Gastwirt in Siegenfeld, geboren am 25.1.1894 in Baden, verheiratet mit einer Berlinerin (seit 24.7.1918, Clütz/Mecklenburg); Spörk kaufte um 1930 das Gasthaus in Siegenfeld (heute Gasthaus Skilitz, Badenerstraße 2), das vor 1938 zu einem Sammelpunkt der illegalen nationalsozialistischen Bewegung wurde. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 12.3.1938 wurde Martin Spörk schon am nächsten Tag von der NS‑Behörde als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Heiligenkreuz eingesetzt. Vor allem das Stift hatte unter seiner Amtsführung eine schwere Zeit zu überstehen, da er mit Eingaben in Berlin versuchte, die Aufhebung des Klosters zu erreichen. Am 5.11.1940 beschlagnahmte eine Kommission bereits einen Großteil der Stiftsräume, ja selbst Teile des Konventes, für die Unterbringung von Umsiedlern (über 400 Bessaraber und Dobrutscha‑Deutsche) sowie von Kriegsgefangenen (bei 200, zuerst Franzosen, danach Serben, zuletzt Russen). Im November 1940 richtete Spörk im 1.Stock des beschlagnahmten Waisenhauses (später Kindergarten/heute Rudolphinum) die Gemeindekanzlei ein; diese war vorher bis April 1938 in der Wohnung des Gemeindesekretärs Michael Korn (+23.4.1938) am Hradschin Nr.38 (heute Wohnung Tomaschko) untergebracht. Im Herbst 1944 wurde Spörk als Abteilungsleiter beim Bau des "Ostwalles" eingesetzt, seine Stelle als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter vertrat der gemäßigte Kunstmaler Ludwig Bürgel aus Siegenfeld. Kurz vor dem Einmarsch der Russen kam Spörk nach Siegenfeld zurück und forderte die Ortsbevölkerung vergeblich zur Flucht auf; am Ostermontag, den 2.April, floh er selbst mit 54 Parteimitgliedern nach dem Westen. Im Frühjahr 1946 berichteten Zeitungen, dass Martin Spörk am 3.3.1946 in Bad Hofgastein aufgegriffen und verhaftet worden war. In späteren Jahren ließ sich Spörk wieder in Baden nieder und bewohnte das Haus Helenenstraße Nr. 116; er verstarb am 22.10.1966 im Alter von 72 Jahren und wurde auf dem Stadtfriedhof in Baden begraben.

13. Ludwig Bürgel, 1944 - 1945

Kunstmaler in Siegenfeld/Rosental; geboren am 27.8.1901 in Wien, nach dem Kunststudium als Künstler tätig, verheiratet. Ludwig Bürgel wurde im Herbst 1944 für die kurze Zeit bis Ende März 1945 als Bürgermeister und Ortsgruppenleiter von Heiligenkreuz eingesetzt und war ein wesentlich gemäßigter Nachfolger von Martin Spörk, sehr zur Erleichterung des Stiftes. Zu Kriegsende 1945 floh Ludwig Bürgel nach Oberösterreich und ließ sich in Seekirchen/Salzburg nieder, wo er weiterhin als anerkannter und erfolgreicher Künstler bis zu seinem Tod am 19.5.1980 tätig war; er wurde am Friedhof in Seekirchen begraben. Von Bürgel sind besonders seine vielen schönen Radierungen mit Motiven aus Österreich und Mitteleuropa bekannt. Eines seiner bekanntesten Radierungen, eine Ansicht von Heiligenkreuz mit "Blick durchs Grubertor zum Stift" fand weiteste Verbreitung bis über die Grenzen Österreichs hinaus.

14. Dr. Hans Mädl, 1945 - 1951

Jurist, Stiftsangestellter ("Zentralsekretär" der Zentralkanzlei des Stiftes Heiligenkreuz), Ehrenbürger der Gemeinde; geboren am 5.2.1894 in Heiligenkreuz Nr.34/Priefamtann (heute Fürtinger), verheiratet seit 1922, Abschluss des Jusstudiums am 9.11.1934 als Doktor iuris. Am 28.1.1938 trat Dr.Mädl als Zentralsekretär in die Dienste des Stiftes Heiligenkreuz ein und wohnte im Stiftsgasthaus (Pächter Roschmann). Nach Kriegsende wurde Dr. Hans Mädl am 22.April 1945 nach Baden gerufen und von Bezirkshauptmann Hofrat Dr.Rupprecht zum neuen Bürgermeister von Heiligenkreuz ernannt. Die erste Gemeinderatssitzung nach dem Krieg fand mit Zustimmung von Prior Karl Braunstorfer in der Prälatur des Stiftes statt und zwar im Arbeitszimmer des verstorbenen Abtes Dr.Gregor Pöck. Im Februar 1951 übersiedelte Dr.Mädl mit seiner Familie nach Mödling, wo er ein Haus gekauft hatte und legte das Bürgermeisteramt nieder. Er blieb jedoch noch in der Zentralverwaltung des Stiftes bis zum 1.3.1959 tätig. Dr.Mädl verstarb im Alter von 87 Jahren am 7.10.1981 in Wien 13., Veitingergasse und wurde am 16.10.1981 auf dem Friedhof von Heiligeneich im Tullnerfeld bestattet.

15. Gottfried Brandl, 1951 - 1952

Stiftlicher Oberförster im Revier Wildegg; geboren am 11.11.1905 in Knittelfeld/Stmk, verheiratet, wohnte am Hradschin KNr.38 (heute Wohnung Tomaschko) in Heiligenkreuz. Am 1.9.1939 wurde Gottfried Brandl im Waldamt des Stiftes Heiligenkreuz als Kanzleiförster aufgenommen, nach dem Militärdienst von 1941-1945 übernahm er am 1.1.1947 als Oberförster das Revier Wildegg. Oberförster Brandl war vom 17.2.1951 bis zum 15.4.1952 Bürgermeister von Heiligenkreuz; mit diesem Datum schied er aus dem Dienst des Stiftes und dem Bürgermeisteramt, übersiedelte in die Steiermark und trat für kurze Zeit in die Dienste der stiftlichen Forstverwaltung Wasserberg. Danach betreute er als Oberförster das Forstgut Hafendorf bei Kapfenberg für das Land Steiermark und wurde in der Landarbeiterkammer angestellt. Bereits am 15.12.1952 wurde Ofö Gottfried Brandl Präsident der steirischen Landarbeiterkammer in Graz, eine Funktion die er fast 2 Jahrzehnte innehatte und weswegen er seinen Wohnsitz in der Stadt Graz nahm. In den folgenden Jahren bekleidete er noch weitere Funktionen als Landtagsabgeordneter der Steiermark, Bundesrat und Präsident des österreichischen Landarbeiterkammertages. Präsident Brandl verstarb in Graz im 83. Lebensjahr am 11.5.1988 und wurde auf dem Steinfeldfriedhof in Graz bestattet. < Zurück | Weiter >

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